Nach Lidl und Edeka: Weitere Einzelhändler überwachten ihre Mitarbeiter - Strafen aus der Portokasse zahlbar

Bespitzelt wurden die Mitarbeiter von mehreren Einzelhandelsketten Wirtschaft: Erst waren es nur Lidl, Plus und Edeka. Nun veröffent- licht die Zeitschrift „Stern“ weitere Proto- kolle aus anderen Handelsketten. Penny, Netto, Norma, Tegut, Hagebau und Famila – diese Unternehmen sollen laut Berichten der Zeitschrift „Stern“ ihre Mitarbeiter bespitzelt haben. Der Sumpf scheint also tiefer zu sein als viele zunächst wahrhaben wollten. Ein Lidl Boykott würde damit also auch nachweislich nichts mehr bringen, denn alle großen Einzelhandelsketten scheinen in den Skandal verwickelt zu sein. Die nun veröffentlichten Protokolle, sie sollen laut Stern aus über 150 Filialen der besagten Unternehmen stammen, zeichnen ein mehr als deutliches Bild der deutschen Wirtschaftsmoral. Offiziell dienten die Protokolle laut Firmenangaben stets nur der Aufklärung von Diebstählen durch die eigenen Mitarbeiter. Dies wäre jedoch nur bei einem begründeten Verdacht rechtlich erlaubt. Das Material spricht jedoch eine andere Sprache: Die Protokolle enthalten Informationen über Krankheiten, Beziehungen und allerlei andere private Dinge, welche für einen Arbeitgeber eigentlich tabu sein sollten.
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Wenn sich die Anschuldigungen der Stern-Recherchen bewahrheiten würden, drohen den beschuldigten Unternehmen Strafen in Höhe von 250.000 Euro. Den Unternehmen wird dies nur ein müdes lächeln abzwingen, denn eine solche Strafe ließe sich locker aus der Portokasse bezahlen. Hagebau macht einen jährlichen Umsatz von rund drei Milliarden Euro, die Edeka Gruppe macht sogar einen Jahresumsatz von über 38 Milliarden Euro. Bei solchen finanziellen Dimensionen sind eine viertel Million Euro ein echtes Schnäppchen dafür, dass das Unternehmen die Rechte der Arbeitnehmer mit den Füßen treten durfte.
Quelle: Financial Times Deutschland Bildquelle: piqs.de by aitutaki

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